Ein vollständig ausgefülltes Profil auf Treatwell, Doctolib oder Jameda ist heute keine Kür mehr, sondern Voraussetzung dafür, dass KI-Assistenten wie ChatGPT, Perplexity oder der Google AI Overview deinen Betrieb überhaupt in Betracht ziehen. Wer wichtige Felder leer lässt, wirkt für diese Systeme „unplausibel" – und wird schlicht nicht genannt. Die gute Nachricht: Du kannst das selbst korrigieren, ohne technisches Vorwissen.

Warum unvollständige Profile zu „keine Empfehlung"-Antworten führen

KI-Assistenten (also Sprachmodelle, die auf Nutzeranfragen antworten und dabei Webquellen auswerten) arbeiten nach einem einfachen Prinzip: Sie bevorzugen Quellen, die konsistent, vollständig und widerspruchsfrei sind. Ein Profil, das auf Treatwell eine andere Adresse zeigt als das Google Business Profile (das kostenlose Unternehmensprofil in der Google-Suche und auf Maps), oder das keine Öffnungszeiten enthält, sendet widersprüchliche Signale.

Typischerweise reagieren KI-Systeme auf solche Lücken, indem sie den Betrieb einfach nicht erwähnen – nicht weil er schlecht ist, sondern weil die Datenlage zu unsicher wirkt. Bei einer Suchanfrage wie „Kosmetikstudio in Wien mit Laserhaarentfernung samstags" wird ein Profil ohne eingetragene Samstagszeiten und ohne den Leistungseintrag „Laserhaarentfernung" nie auftauchen, egal wie gut das Studio wirklich ist.

Wer sich fragt, auf welchen Plattformen er überhaupt gelistet sein sollte, findet in dem Artikel Doctolib, Treatwell & Co.: Wie du als Arzt/Beauty-Betrieb in den richtigen Listen gelistet wirst einen guten Einstieg.

Welche Felder KI besonders häufig paraphrasiert

Nicht alle Profilfelder sind gleich wichtig. In unseren Messungen zeigt sich, dass KI-Assistenten vor allem drei Datenpunkte aus Beauty- und Gesundheitsprofilen aufgreifen:

1. Leistungsliste (Services) Auf Treatwell heißt das Feld „Behandlungen", auf Doctolib „Leistungen" oder „Fachgebiete". Diese Liste sollte so spezifisch wie möglich sein. Statt „Massage" lieber „Klassische Ganzkörpermassage 60 min" und „Hot-Stone-Massage 90 min". KI zitiert konkrete Begriffe, keine Kategorien.

2. Öffnungszeiten und Buchungslogik Ob ein Betrieb samstags geöffnet ist, ob Abendtermine möglich sind, ob Online-Buchung verfügbar ist – diese Felder werden von KI direkt in Antworten übernommen. Wer hier nichts einträgt, existiert für zeitbezogene Anfragen schlicht nicht.

3. Adresse und Erreichbarkeit Straße, Hausnummer, PLZ, Stadt – und idealerweise ein Hinweis auf Parkplätze oder U-Bahn-Nähe. Stimmt die Adresse nicht mit Google Maps überein, entsteht ein Widerspruch, den KI-Systeme durch Nicht-Erwähnung „auflösen".

Lokale Begriffe aus DE/AT richtig abbilden

Das klingt nach einem Detail, ist aber entscheidend: KI-Assistenten wurden auf deutschsprachigen Texten trainiert und erkennen regionale Fachbegriffe. Wer diese nicht verwendet, verpasst Treffer.

Für Arztpraxen und Gesundheitsbetriebe: - „Kassenpatient" und „Privatpatient" (DE) bzw. „e-card" und „Wahlarzt" (AT) sind Begriffe, nach denen Nutzer explizit suchen. - „Terminvereinbarung online" ist in Deutschland gebräuchlicher als „Online-Buchung" – beide sollten im Profil auftauchen. - Auf Doctolib gibt es eigene Felder für Abrechnungsart; diese müssen ausgefüllt sein, damit KI die Praxis bei entsprechenden Anfragen nennt.

Für Beauty- und Wellnessbetriebe: - In Österreich sagt man häufiger „Kosmetikerin" statt „Kosmetikstudio", und „Fußpflege" statt „Pediküre" – beide Varianten sollten in der Leistungsbeschreibung vorkommen. - Auf Treatwell und Booksy (einer weiteren Buchungsplattform für Beauty-Dienstleister) gibt es Freitextfelder für Beschreibungen. Nutze sie, um beide Schreibweisen natürlich einzubauen.

Begriff (DE) Variante (AT) Wo eintragen
Kassenpatient e-card-Patient Doctolib, eigene Website
Kosmetikstudio Kosmetikinstitut Treatwell, Google Business Profile
Terminbuchung online Online-Terminvereinbarung Alle Plattformen, Beschreibungsfeld
Fußpflege Fußpflege / Pediküre Treatwell, Booksy, Leistungsliste

Preis-/Leistungstiefe: Was nötig ist, um zitiert zu werden

Ein häufiger Fehler: Betriebe tragen Leistungen ein, aber keine Preise oder Dauern. KI-Assistenten, die auf eine Anfrage wie „Wie viel kostet eine Gesichtsbehandlung in München?" antworten, brauchen konkrete Zahlen aus verlässlichen Quellen. Fehlen diese, wird ein anderer Betrieb zitiert, der sie angegeben hat.

Das bedeutet nicht, dass du jeden Cent offenlegen musst. Aber folgende Angaben erhöhen die Zitierfähigkeit deutlich:

  • Preisrahmen statt Fixpreis: „ab 45 €" ist besser als gar keine Angabe.
  • Behandlungsdauer: „60 Minuten" hilft KI, zeitbezogene Anfragen zu beantworten.
  • Kurzbeschreibung pro Leistung: 1–2 Sätze, was die Behandlung beinhaltet und für wen sie geeignet ist.

Auf Jameda (der deutschen Arztbewertungsplattform) gibt es zusätzlich die Möglichkeit, Sprechzeiten und Wartezeiten einzutragen. Diese Felder werden von KI bei Anfragen wie „Arzt ohne lange Wartezeit in Hamburg" ausgewertet.

Ähnliche Prinzipien gelten übrigens auch für gastronomische Betriebe auf Plattformen wie TheFork oder Tripadvisor – mehr dazu im Artikel Tripadvisor richtig ausfüllen: Profil-Optimierung für lokale Gastgeber und Serviceanbieter in Deutschland.

Konsistenz über alle Plattformen hinweg

Ein vollständiges Profil auf einer einzigen Plattform reicht nicht. KI-Assistenten gleichen Informationen aus mehreren Quellen ab. Wenn Treatwell „Mo–Sa 9–19 Uhr" anzeigt, Google Business Profile aber „Mo–Fr 10–18 Uhr", entsteht ein Widerspruch – und das System wird im Zweifel keine der beiden Angaben zitieren.

Empfehlenswert ist ein einfaches Dokument (eine Textdatei oder Tabelle), das als „Masterprofil" dient: alle Stammdaten, Leistungen, Öffnungszeiten und Beschreibungstexte in einer Version. Jede Plattform wird dann mit exakt diesen Daten befüllt. Plattformen, die du aktiv nutzt:

  • Treatwell – Beauty und Wellness, Online-Buchung
  • Doctolib – Arztpraxen, Therapeuten, Online-Terminbuchung
  • Jameda – Ärzte und Heilpraktiker, Bewertungen und Profilseite
  • Booksy – Friseure, Nagelstudios, Beauty-Dienstleister
  • Google Business Profile – Basis für alle lokalen Suchanfragen, kostenlos

Wer auch auf Yelp gelistet ist, sollte die Daten dort ebenfalls aktuell halten – ob sich der Aufwand lohnt, beleuchtet der Artikel Yelp in Deutschland/Österreich: Lohnt sich ein vollständiges Unternehmensprofil trotz kleiner Nutzerbasis?.

Wartungsroutine: Monatliche Checkliste gegen Drift

„Drift" (der Begriff für das schleichende Auseinanderlaufen von Profildaten über Zeit) ist das häufigste Problem bei gut gestarteten Profilen. Eine Mitarbeiterin verlässt das Team, eine Leistung wird eingestellt, die Praxis zieht um – und drei von fünf Plattformen werden nicht aktualisiert.

Eine monatliche Routine von 20 Minuten reicht aus:

Checkliste (monatlich): - [ ] Öffnungszeiten auf allen Plattformen identisch und aktuell? - [ ] Feiertage und Betriebsferien eingetragen (Doctolib und Google Business Profile haben eigene Felder dafür)? - [ ] Neue Leistungen in der Leistungsliste ergänzt? - [ ] Eingestellte Leistungen entfernt? - [ ] Preise noch korrekt? - [ ] Fotos aktuell (kein veraltetes Interieur, keine ehemaligen Mitarbeitenden)? - [ ] Antworten auf neue Bewertungen verfasst?

Dieser letzte Punkt ist nicht trivial: KI-Assistenten werten auch Bewertungsantworten aus. Wer auf Jameda oder Treatwell regelmäßig und professionell antwortet, signalisiert Aktivität – ein weiteres Plausibilitätsmerkmal.

Mit dem kostenlosen Check von suggestedby.ai kannst du messen, ob KI-Assistenten deinen Betrieb bei relevanten Anfragen tatsächlich nennen – und wo noch Lücken bestehen, die du mit den Schritten aus diesem Artikel schließen kannst.