Die beste Hauptkategorie für einen Friseur im Google Business Profile ist schlicht „Friseur" – diese Kategorie deckt den breitesten relevanten Suchbegriff ab und wird von Google als stärkstes Rankingsignal gewertet. Zusatzkategorien wie „Herrenfriseur", „Damenfriseur" oder „Kinderfriseur" schärfen das Profil für spezifische Suchanfragen. Wer hier sorgfältig auswählt, verbessert nicht nur die klassische Google-Suche, sondern auch die Sichtbarkeit in KI-gestützten Empfehlungen.

Was ist ein Google Business Profile überhaupt?

Ein Google Business Profile (kurz GBP, früher „Google My Business") ist der kostenlose Brancheneintrag, den Google für lokale Unternehmen bereitstellt – er erscheint in der Google-Suche und in Google Maps, wenn jemand nach einem Betrieb in einer bestimmten Stadt sucht. Für einen Friseursalon ist dieses Profil oft der erste Kontaktpunkt mit potenziellen Neukunden, noch vor der eigenen Website.

Die Kategorie im GBP ist dabei kein dekoratives Label, sondern ein technisches Signal: Google nutzt sie, um zu entscheiden, für welche Suchanfragen dein Eintrag überhaupt in Frage kommt. Wer hier die falsche Wahl trifft, taucht schlicht nicht auf – egal wie gut der Rest des Profils gepflegt ist.

Haupt- vs. Zusatzkategorien: Priorisierung

Google unterscheidet zwischen einer Hauptkategorie und bis zu neun Zusatzkategorien. Die Hauptkategorie ist das stärkste Signal und sollte immer dein Kerngeschäft beschreiben – für die meisten Friseursalons also „Friseur".

Zusatzkategorien ergänzen das Profil, haben aber weniger Gewicht als die Hauptkategorie. Sie sind trotzdem wichtig, weil Kunden oft gezielt suchen:

  • „Herrenfriseur in München"
  • „Kinderhaarschnitt Wien"
  • „Afro-Friseur Berlin"

Relevante Zusatzkategorien für Friseursalons können sein:

Kategorie Wann sinnvoll
Herrenfriseur Wenn Herrenschnitte ein Schwerpunkt sind
Damenfriseur Bei Fokus auf Damenmode und Styling
Kinderfriseur Wenn Kinderschnitte aktiv angeboten werden
Schönheitssalon Bei zusätzlichen Kosmetikleistungen
Barber-Shop Bei klassischer Bartpflege als eigenem Angebot

Wichtig: Wähle nur Kategorien, die du wirklich anbietest. Kategorien, die nicht zum tatsächlichen Leistungsangebot passen, können zu schlechten Bewertungen führen – weil Kunden ankommen und etwas anderes vorfinden.

Kategorie-Auswahl nach Leistung statt nach Style

Ein häufiger Denkfehler: Saloninhaber wählen Kategorien nach dem Image ihres Betriebs, nicht nach dem, was Kunden tatsächlich suchen. Ein Salon, der sich als „Hair Lounge" oder „Styling Studio" versteht, ist verführt, nach solchen Begriffen zu suchen – doch diese Kategorien existieren in Google so nicht oder werden kaum gesucht.

Die Faustregel lautet: Denk wie dein Kunde, nicht wie dein Marketingteam.

Wenn jemand in Köln einen Termin für einen Haarschnitt sucht, tippt er „Friseur Köln" oder „Herrenfriseur Köln" – nicht „Hair Concept Studio Köln". Google ordnet deinen Eintrag anhand der Kategorie ein, nicht anhand deines Salonnamens.

Praxisbeispiel: Ein Salon, der hauptsächlich Colorationen und Balayage anbietet, könnte versucht sein, „Schönheitssalon" als Hauptkategorie zu wählen. Besser ist es, „Friseur" als Hauptkategorie zu behalten und Colorationsleistungen stattdessen im Leistungsbereich des Profils detailliert aufzulisten – das Prinzip gilt genauso für Friseursalons wie für andere Dienstleister.

Welche Kategorien KI-Assistenten oft nachziehen

KI-Assistenten – also Sprachassistenten und generative KI-Systeme wie ChatGPT, Perplexity oder der Google AI Overview – lesen strukturierte Daten aus öffentlichen Quellen, darunter auch Google Business Profile-Einträge. Die Kategorie ist dabei ein klares, maschinenlesbares Signal.

Wenn jemand einen KI-Assistenten fragt „Welcher Friseur in Hamburg schneidet auch Kinderhaar?", zieht das System typischerweise Profile heran, die explizit die Kategorie „Kinderfriseur" oder entsprechende Leistungen ausweisen. Profile ohne diese Angabe werden schlicht nicht genannt – auch wenn der Salon Kinderhaarschnitte tatsächlich anbietet.

Das bedeutet konkret für dich:

  • Kategorien sind nicht nur für Google-Rankings relevant, sondern auch dafür, ob KI-Systeme deinen Salon bei passenden Anfragen empfehlen.
  • Plattformen wie Treatwell oder Booksy, auf denen viele Friseursalons in Deutschland und Österreich buchbar sind, haben eigene Kategorisierungen – auch diese sollten mit deinem GBP übereinstimmen, damit KI-Systeme konsistente Signale erhalten.
  • Inkonsistente Angaben (z. B. „Barber" auf Booksy, aber „Damenfriseur" im GBP) verwirren sowohl Google als auch KI-Assistenten.

Für Fotos und visuelle Signale, die KI-Systeme ebenfalls auswerten, lohnt sich ein Blick auf diesen Artikel über strategische Bildnutzung.

Typische Fehler: zu allgemein, falsche Region, veraltete Kategorie

In der Praxis sehen wir immer wieder dieselben Fehler bei Friseursalons:

1. Zu allgemeine Hauptkategorie Manche Salons wählen „Gesundheits- und Schönheitspflege" als Hauptkategorie – das ist so unspezifisch, dass Google den Eintrag für kaum eine konkrete Suchanfrage ausspielt. Immer die spezifischste zutreffende Kategorie wählen.

2. Veraltete Kategorie nach einem Google-Update Google aktualisiert seinen Kategorienkatalog regelmäßig. Kategorien, die vor zwei Jahren noch existierten, können umbenannt oder zusammengeführt worden sein. Wer sein Profil seit Jahren nicht geprüft hat, hat möglicherweise eine veraltete Kategorie, die Google intern anders gewichtet.

3. Kategorien, die nicht zur tatsächlichen Leistung passen Ein Salon ohne Barber-Angebot, der trotzdem „Barber-Shop" als Zusatzkategorie führt, riskiert schlechte Bewertungen von Kunden, die gezielt Bartpflege gesucht haben und enttäuscht werden.

4. Fehlende Zusatzkategorien trotz breitem Angebot Wer Herrenschnitte, Kinderschnitte und Colorationen anbietet, aber nur „Friseur" als einzige Kategorie führt, verschenkt Sichtbarkeit. Jede relevante Zusatzkategorie ist eine weitere Chance, bei passenden Suchanfragen zu erscheinen.

Übrigens: Auch korrekte Öffnungszeiten sind ein Qualitätssignal für Google – wie du diese richtig pflegst, erklärt dieser Artikel zu Öffnungszeiten im Google Business Profile.

Mini-Plan: Kategorie prüfen, ändern, Qualität absichern

Hier ist ein konkreter Ablauf, den du heute umsetzen kannst:

Schritt 1: Aktuellen Stand prüfen Öffne dein Google Business Profile unter business.google.com, gehe zu „Profil bearbeiten" und schau dir die aktuelle Haupt- und Zusatzkategorie an.

Schritt 2: Kategorie anpassen Klicke auf das Stiftsymbol neben der Kategorie. Gib „Friseur" in das Suchfeld ein und wähle die passendste Option. Füge dann relevante Zusatzkategorien hinzu – maximal so viele, wie du wirklich abdeckst.

Schritt 3: Leistungen ergänzen Trage im Bereich „Dienstleistungen" konkrete Angebote ein: Damenschnitt, Herrenschnitt, Balayage, Kinderschnitt, Bartpflege usw. Diese Angaben verstärken das Kategorie-Signal.

Schritt 4: Konsistenz auf anderen Plattformen prüfen Vergleiche deine Kategorien mit den Einträgen auf Treatwell, Booksy oder anderen Plattformen, auf denen du vertreten bist. Abweichungen sollten angeglichen werden.

Schritt 5: Alle 6 Monate wiederholen Google ändert seinen Kategorienkatalog. Trage dir eine Erinnerung ein, das Profil halbjährlich zu prüfen – insbesondere nach größeren Google-Updates.

Wenn du wissen möchtest, ob KI-Assistenten deinen Salon bei relevanten Anfragen überhaupt nennen, kannst du das mit dem kostenlosen Check von suggestedby.ai testen – er zeigt dir, wie sichtbar dein Profil für KI-gestützte Suchen tatsächlich ist.

Für weiterführende Optimierungen lohnt sich auch ein Blick auf Google Business Posts – regelmäßige Beiträge stärken die Aktivität des Profils und ergänzen die Kategoriearbeit sinnvoll.