Um deine Zahnarztpraxis in KI-Assistenten sichtbar zu machen, brauchst du vor allem eines: identische, vollständige Praxisdaten auf allen wichtigen Plattformen und eine Website, die Behandlungen, Kosten und Terminwege klar beschreibt. Dazu kommen aktuelle Bewertungen, auf die du sachlich antwortest. Der folgende Plan teilt das in vier Arbeitswochen plus eine Startprüfung auf. Jede Woche kostet nur wenige Stunden.

GEO (Generative Engine Optimization) bedeutet, deine Online-Präsenz so aufzubauen, dass KI-Assistenten wie ChatGPT, Gemini und Perplexity dich als Antwort auf eine Frage nennen. Es ist keine Zauberei, sondern solide Pflege deiner Daten, die im Kern auch klassischem Local SEO nützt.

Woche 0: Prüfen, ob ChatGPT, Gemini und Perplexity deine Zahnarztpraxis bereits nennen

Bevor du etwas änderst, brauchst du einen Ausgangswert. Öffne die drei Assistenten und stelle Fragen so, wie Patienten sie stellen würden. Nutze am besten ein neues Chatfenster ohne Vorgeschichte.

Beispiele:

  • „Welcher Zahnarzt in [Stadt/Stadtteil] hat kurzfristig Termine für Schmerzpatienten?"
  • „Empfehlung Zahnarzt für Angstpatienten in [Stadt]"
  • „Wo bekomme ich in [Stadt] eine professionelle Zahnreinigung, und was kostet sie?"
  • „Zahnarzt in [Stadt] mit Kinderzahnheilkunde, nimmt neue Patienten auf?"
  • „Implantologie in [Stadt]: Welche Praxis ist empfehlenswert?"

Notiere für jede Frage: Wirst du genannt? Stimmen Adresse, Telefonnummer und Sprechzeiten? Welche Mitbewerber tauchen auf, und welche Quellen zeigt Perplexity an? Antworten unterscheiden sich typischerweise von Tag zu Tag, daher gilt: lieber mehrere Fragen und ein Vergleich nach 30 Tagen als ein einzelner Test.

Speichere die Ergebnisse in einer einfachen Tabelle oder einem Dokument. Diese Liste brauchst du am Ende wieder.

Woche 1: Praxisdaten (Name, Adresse, Telefon, Sprechzeiten) überall einheitlich machen

KI-Assistenten gleichen Informationen aus mehreren Quellen ab. Widersprechen sich diese, sinkt die Chance, dass deine Praxis zuverlässig genannt wird. Fachleute sprechen von NAP-Daten: Name, Address, Phone, also Name, Adresse und Telefonnummer.

Lege zuerst eine Referenzversion fest und halte sie wortgleich ein:

  • Praxisname: exakt so, wie er am Schild steht (zum Beispiel „Zahnarztpraxis Dr. Muster", nicht mal „Dr. Muster & Kollegen")
  • Adresse: gleiche Schreibweise (Straße oder Str., Etage, Hinterhof-Hinweis)
  • Telefonnummer: eine Hauptnummer, immer im gleichen Format
  • Sprechzeiten: inklusive Mittagspause, Terminsprechstunden und Notfallregelung
  • Website-URL: eine einzige, bevorzugt mit https

Gleiche diese Daten dann ab: auf deiner Website (Startseite, Kontakt, Impressum, Fußzeile), im Google-Profil, auf Jameda, Doctolib, in Branchenverzeichnissen wie Das Örtliche und Gelbe Seiten, bei der Zahnarztsuche deiner Kassenzahnärztlichen Vereinigung bzw. Landeszahnärztekammer sowie bei Apple Karten und Bing Places. In Österreich kommen vor allem DocFinder, Herold und die Zahnarztsuche der Zahnärztekammer hinzu.

Alte Einträge nach Umzug oder Praxisübernahme sind ein häufiger Stolperstein. Mehr dazu findest du in unserem Artikel über typische Fehler bei der KI-Sichtbarkeit von Zahnärzten in Deutschland und Österreich.

Woche 2: Google-Profil, Jameda und Doctolib vervollständigen

Das Google Business Profile (früher Google My Business) ist der kostenlose Unternehmenseintrag, der bei Google Suche und Google Maps erscheint. Für Gemini ist er typischerweise eine zentrale Quelle für lokale Fragen. Prüfe diese Punkte:

  1. Hauptkategorie: „Zahnarzt" bzw. bei Spezialisierung die passende, etwa „Kieferorthopäde" oder „Oralchirurg". Ergänze Zusatzkategorien nur, wenn sie wirklich zutreffen.
  2. Leistungen: Trage Behandlungen wie Prophylaxe, Zahnreinigung, Füllungen, Wurzelbehandlung, Zahnersatz, Implantate oder Kinderzahnheilkunde einzeln ein.
  3. Sprechzeiten: Pflege auch Sonderöffnungszeiten für Feiertage und Brückentage. Wie das sauber klappt, steht im Beitrag zu Öffnungszeiten korrekt pflegen.
  4. Beschreibung: Zwei bis drei sachliche Sätze zu Lage, Schwerpunkten und Sprachen, ohne Werbeversprechen.
  5. Attribute: Barrierefreier Zugang, Parkplätze, Terminbuchung online.
  6. Terminlink: Verweise direkt auf deine Online-Terminbuchung.
  7. Fotos: Eingang, Empfang, Behandlungszimmer, Team. Tipps dazu stehen in So nutzt du Google Fotos und Bilder strategisch.

Jameda ist das größte Arztbewertungsportal in Deutschland. Kontrolliere dein Profil: Behandlungsschwerpunkte, Foto, Leistungsbeschreibung, Sprachen und Sprechzeiten. Bei Doctolib gilt dasselbe, besonders für die Leistungsliste und die Termintypen. Beschreibe Erstuntersuchung, Kontrolle, Prophylaxe und Schmerztermin getrennt, damit Patienten wissen, was sie buchen.

In Österreich pflegst du stattdessen DocFinder und Herold sowie die Zahnarztsuche der Zahnärztekammer. Gib bei Bedarf an, ob du Kassenvertrag hast oder Wahlzahnarzt bist.

Woche 3: Website-Seiten für Behandlungen, Kosten und Terminvereinbarung ergänzen

KI-Assistenten zitieren gern Seiten, die eine Frage klar und kompakt beantworten. Viele Praxis-Websites bestehen aber nur aus Startseite, Team und Kontakt. Ergänze deshalb:

Eine Seite pro Kernbehandlung. Zum Beispiel „Professionelle Zahnreinigung", „Zahnimplantate" oder „Zahnarzt für Angstpatienten". Beginne jeweils mit einem Definitionssatz, etwa: „Die professionelle Zahnreinigung ist eine zahnärztliche Prophylaxe-Leistung, bei der Beläge und Zahnstein entfernt und die Zähne poliert werden." Danach: Ablauf, Dauer, für wen geeignet.

Eine Kostenseite. Erkläre ehrlich, was Kassenleistung ist und was privat bezahlt wird. In Deutschland sind das Stichworte wie Festzuschuss, Heil- und Kostenplan, Bonusheft und Zusatzversicherung. In Österreich zählt der Unterschied zwischen Kassenleistung und Privathonorar. Nenne Preisspannen nur, wenn du sie belastbar angeben kannst, und verweise sonst auf die individuelle Planung. Beachte die berufsrechtlichen Vorgaben und das Heilmittelwerbegesetz: keine reißerischen Heilversprechen.

Eine Seite zur Terminvereinbarung. Sie sollte beantworten:

  • Wie buche ich: online, telefonisch, per Formular?
  • Nimmt die Praxis neue Patienten auf?
  • Was gilt bei akuten Schmerzen und wie läuft der Notdienst?
  • Was muss ich zum ersten Termin mitbringen (Versichertenkarte, Röntgenpass, Bonusheft)?
  • Ist die Praxis barrierefrei?

Häufige Fragen gehören jeweils unter die Seite, in kurzen Frage-Antwort-Blöcken. Technisch hilft zusätzlich Schema.org-Markup, das sind strukturierte Daten im Code der Seite, die Suchmaschinen und Maschinen sagen, dass es sich um eine Zahnarztpraxis mit bestimmter Adresse und bestimmten Sprechzeiten handelt. Frag dafür deine Agentur oder dein Website-System nach einem „Dentist"- bzw. „LocalBusiness"-Eintrag.

Woche 4: Bewertungen anregen und Antworten auf Rezensionen etablieren

Bewertungen zeigen, dass eine Praxis aktiv ist, und liefern Formulierungen, die Assistenten aufgreifen („freundliches Team", „schmerzfreie Behandlung", „kurze Wartezeit"). Baue daher einen festen Ablauf auf:

  • Bitte aktiv, aber neutral: Ein Hinweis am Empfang oder in der Terminbestätigung mit QR-Code oder Link zur Google-Bewertung genügt.
  • Keine Gegenleistung: Belohnungen für Bewertungen sind nach den Google-Richtlinien nicht erlaubt und im Gesundheitsbereich rechtlich heikel.
  • Nicht filtern: Frage nicht vorab, wer zufrieden war, und bitte nur diese Patienten um Rezensionen.
  • Antworte auf jede Bewertung innerhalb weniger Tage, positiv wie kritisch.

Wichtig bei Antworten: Die ärztliche Schweigepflicht und die DSGVO gelten auch hier. Bestätige nicht einmal, dass die Person Patient ist, und nenne keine Behandlungsdetails. Eine gute Antwort ist kurz:

„Vielen Dank für Ihr Feedback. Wir nehmen Ihre Anmerkungen zur Wartezeit ernst. Gern besprechen wir die Situation persönlich, Sie erreichen uns unter [Telefonnummer]."

Lege eine Person im Team fest, die zweimal pro Woche neue Bewertungen auf Google und Jameda prüft.

Nach 30 Tagen: Ergebnisse erneut messen und nächste Schritte festlegen

Wiederhole nun exakt die Fragen aus Woche 0, in denselben drei Assistenten. Vergleiche:

Prüfpunkt Woche 0 Tag 30
Praxis wird genannt ja/nein ja/nein
Adresse und Telefon stimmen ja/nein ja/nein
Sprechzeiten stimmen ja/nein ja/nein
Quelle von Perplexity notiert notiert

Rechne nicht mit Wundern nach vier Wochen. Assistenten übernehmen Änderungen typischerweise zeitversetzt, manche Quellen werden erst nach Wochen neu gelesen. Entscheidend ist die Richtung: Werden deine Daten korrekt wiedergegeben, tauchen deine Seiten als Quelle auf?

Wenn du das nicht von Hand protokollieren willst: Der kostenlose Check von suggestedby.ai misst, ob die KI deine Praxis nennt.

Plane danach einen festen Rhythmus: einmal im Quartal die Tests wiederholen, bei Änderungen (neue Behandlung, Urlaub, Umzug, neue Ärztin) alle Profile am selben Tag aktualisieren und monatlich eine neue Bewertungsrunde anstoßen.