Wenn Eigentümer eine KI nach einem Makler fragen, greift diese typischerweise auf das Google-Unternehmensprofil, die großen Immobilienportale (ImmoScout24, Immowelt, in Österreich auch willhaben), Bewertungsplattformen wie ProvenExpert und die Makler-Website zurück. Du musst nicht überall sein, aber dort, wo du auftauchst, müssen Angaben und Bewertungen vollständig und widerspruchsfrei sein.

Das Zauberwort dafür heißt GEO (Generative Engine Optimization): die Pflege deiner Online-Auftritte so, dass KI-Assistenten wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity dich finden, verstehen und nennen können.

Welche Quellen KI bei der Maklersuche in Deutschland nutzt

Eine KI „kennt" keinen Makler persönlich. Sie fasst zusammen, was sie im Web und in ihren Datenquellen über dich findet. Bei Maklern sind das in Deutschland typischerweise vier Gruppen:

  • Google-Unternehmensprofil. Das Google Business Profile (früher „Google My Business") ist dein kostenloser Eintrag in Google Maps und der Google-Suche, mit Kategorie, Adresse, Einsatzgebiet, Leistungen und Bewertungen.
  • Immobilienportale. ImmoScout24 und Immowelt sind die größten Reichweitenportale. Auch Kleinanzeigen (früher eBay Kleinanzeigen) spielt bei privaten und kleineren Objekten eine Rolle. Dein Anbieterprofil dort zeigt, wie aktiv du bist und welche Objekte du vermarktest.
  • Bewertungs- und Verzeichnisseiten. Dazu zählen ProvenExpert, Trustpilot, Gelbe Seiten und Das Örtliche.
  • Die eigene Website. Hier steht, was du anbietest und wo du arbeitest, in deinen eigenen Worten.

Warum die Portale wichtig sind: Sie liefern etwas, das deine Website allein kaum belegen kann, nämlich Belege für Aktivität. Ein Profil mit aktuellen Objekten, Ansprechpartner, Foto und Vermarktungsgebiet wirkt wie ein unabhängiger Beleg, dass es dein Büro wirklich gibt.

Wie genau ein Assistent auswählt, haben wir hier beschrieben: Wie KI-Assistenten einen Immobilienmakler in deiner Stadt auswählen.

Österreich: willhaben, ImmoScout24 AT und Immowelt im Blick

In Österreich ist die Portallandschaft etwas anders gewichtet. Relevante Plattformen sind:

  • willhaben.at: der große Marktplatz mit eigenem Immobilienbereich, den viele Eigentümer und Suchende selbstverständlich nutzen.
  • ImmoScout24.at: die österreichische Ausgabe des Portals mit eigenem Anbieterprofil.
  • Immowelt.at: ebenfalls mit österreichischem Angebot, für viele Büros ein zweites Standbein.
  • Herold.at: das klassische Firmenverzeichnis, vergleichbar mit den Gelben Seiten.
  • WKO Firmen A–Z: das Verzeichnis der Wirtschaftskammer, in dem Immobilientreuhänder mit Firmendaten gelistet sein können.

Wichtig: Die Plattformen in Deutschland und Österreich sind getrennte Datenbestände. Ein vollständiges Profil auf ImmoScout24.de hilft einem Wiener Büro wenig. Wer in Graz, Linz oder Innsbruck gefunden werden will, braucht das Profil auf der österreichischen Domain.

Beachte auch die Sprache. In Österreich sagt man häufig „Immobilientreuhänder" oder „Immobilienmakler", Eigentümer suchen „Wohnung verkaufen Wien" oder „Haus bewerten lassen Salzburg". Verwende diese Begriffe in deinen Profiltexten, nicht nur die deutsche Standardformulierung.

Google-Bewertungen, ProvenExpert und Makler-Verzeichnisse im Vergleich

Nicht jede Bewertungsquelle hat dasselbe Gewicht. Eine grobe Einordnung, ohne Anspruch auf Zahlen:

Quelle Stärke Typische Rolle für KI
Google-Bewertungen Hohe Sichtbarkeit, direkt am Profil Wichtigste Quelle für Tonalität und Aktualität
ProvenExpert Detaillierte Bewertungen, eigene Profilseite Zusätzlicher Beleg, häufig zitierbar
Portalprofile (ImmoScout24, Immowelt, willhaben) Aktivität und Objekte Belegt, dass du am Markt aktiv bist
Gelbe Seiten, Herold, Das Örtliche Stabile Basisdaten Abgleich von Name, Adresse, Telefon

In unseren Messungen tauchen Google-Bewertungen bei lokalen Empfehlungen am häufigsten als Grundlage auf. Für Makler ist das heikel, weil Kunden nach einem Verkauf oft zufrieden sind, aber selten von sich aus bewerten.

Was du konkret tun kannst:

  1. Nach Abschluss bitten. Frage nach der Schlüsselübergabe oder dem Notartermin, wenn die Stimmung gut ist.
  2. Direktlink nutzen. In deinem Google-Profil findest du einen Link zum Bewertungsformular. Schicke ihn per E-Mail oder Nachricht.
  3. Auf Inhalte hinweisen. Bitte Kunden zu erwähnen, worum es ging: Verkauf, Vermietung, Erbengemeinschaft, Bewertung.
  4. Jede Bewertung beantworten. Auch kritische. Antworten zeigen, dass dein Büro erreichbar ist.

Kaufe keine Bewertungen und lass keine Mitarbeiter bewerten. Das verstößt gegen die Richtlinien der Plattformen und kann zu Löschungen führen.

Wie du dein Maklerprofil auf Portalen vollständig und einheitlich pflegst

KI-Systeme vergleichen Angaben aus verschiedenen Quellen. Weichen sie voneinander ab, wird die Information unsicher und du wirst seltener genannt. Das Stichwort lautet NAP-Konsistenz: Name, Adresse und Telefonnummer müssen überall identisch geschrieben sein.

Lege dafür ein internes Datenblatt an, das du für alle Profile verwendest:

  • Firmenname exakt wie im Impressum, also nicht mal „Müller Immobilien", mal „Müller Immobilien GmbH & Co. KG"
  • Adresse inklusive Schreibweise von Straße und Hausnummer
  • Telefonnummer im gleichen Format
  • Website-Adresse mit oder ohne „www", aber einheitlich
  • Einsatzgebiet mit denselben Orten und Stadtteilen
  • Leistungen in gleicher Reihenfolge: Verkauf, Vermietung, Immobilienbewertung, Verkaufsberatung bei Erbschaft usw.
  • Kurzbeschreibung mit zwei bis drei Sätzen, die du überall ähnlich verwendest

Praktische Schritte pro Portal:

  1. Anbieterprofil auf ImmoScout24 bzw. Immowelt aufrufen und Firmenlogo, Ansprechpartner mit Foto und Beschreibung ergänzen.
  2. Einsatzgebiet nicht nur als Großstadt, sondern mit den Stadtteilen und Umlandgemeinden angeben, in denen du tatsächlich arbeitest.
  3. Im Google-Profil Hauptkategorie „Immobilienmakler" wählen und Leistungen, Öffnungszeiten und Einsatzgebiet pflegen. Wie das geht, steht hier: Google Business Profile für Immobilienmakler: Kategorien, Leistungen und Einsatzgebiet richtig pflegen.
  4. Alte Einträge suchen, etwa frühere Adressen oder Telefonnummern, und korrigieren oder löschen.
  5. Die Website nach demselben Muster ausrichten. Seiten und FAQ in den Worten der Eigentümer helfen KI, dich zu zitieren: Makler-Website in den Worten der Eigentümer.

Auch Fotos zählen. Echte Bilder von Büro, Team und Objekten wirken glaubwürdiger als Stockfotos. Mehr dazu in diesem Beitrag: So nutzt du Google Fotos und Bilder strategisch für lokale Sichtbarkeit.

Mitgliedschaften wie IVD oder ÖVI sichtbar machen

Verbandsmitgliedschaften sind ein Vertrauenssignal, das KI gut verarbeiten kann, wenn es eindeutig dasteht.

  • In Deutschland ist der IVD (Immobilienverband Deutschland) der bekannteste Berufsverband der Branche.
  • In Österreich steht der ÖVI (Österreichischer Verband der Immobilienwirtschaft) für vergleichbare Standards.

So machst du die Mitgliedschaft sichtbar:

  • Nenne sie im Klartext auf der Website, nicht nur als Logo ohne Text. KI liest Text zuverlässiger als Bilder.
  • Verlinke auf dein Mitgliedsprofil im Verbandsverzeichnis, sofern es eines gibt.
  • Erwähne Mitgliedschaft und Qualifikationen auch in der Beschreibung deines Portalprofils.
  • Gib nur Mitgliedschaften an, die du tatsächlich hast, und halte sie aktuell.

Gleiches gilt für Pflichtangaben. In Deutschland ist das etwa die Erlaubnis nach § 34c GewO, in Österreich die Gewerbeberechtigung. Wer sie im Impressum klar nennt, schafft eine überprüfbare Grundlage.

Welche Plattformen du priorisierst, wenn die Zeit knapp ist

Du musst nicht alles in einer Woche erledigen. Eine sinnvolle Reihenfolge:

  1. Google-Unternehmensprofil. Vollständig ausfüllen, Kategorie, Einsatzgebiet und Leistungen prüfen, Fotos hochladen. Auch korrekte Öffnungszeiten gehören dazu, etwa an Feiertagen: Öffnungszeiten korrekt pflegen.
  2. Das Portal, auf dem du aktiv inserierst. Meist ImmoScout24 oder Immowelt, in Österreich oft willhaben oder ImmoScout24.at. Dieses Profil zuerst vervollständigen.
  3. Bewertungen. Einen festen Ablauf einführen, um nach jedem Abschluss um eine Google-Bewertung zu bitten.
  4. Eigene Website. Leistungsseiten und FAQ in den Fragen der Eigentümer formulieren.
  5. ProvenExpert und Verzeichnisse. Profil anlegen und Daten abgleichen.
  6. Verbandsmitgliedschaft. Sichtbar auf Website und Profilen ergänzen.

Wenn du wissen willst, ob eine KI dich bereits nennt, hilft eine Stichprobe: Stelle ChatGPT, Gemini oder Perplexity Fragen wie „Welcher Immobilienmakler in [deiner Stadt] ist für Hausverkauf empfehlenswert?" und notiere, wer vorkommt. Mit dem kostenlosen Check von suggestedby.ai kannst du messen, ob die KI deinen Namen tatsächlich nennt.

Garantien gibt es dabei nicht. KI-Antworten schwanken, und niemand kann eine bestimmte Nennung zusichern. Was du beeinflussen kannst, ist die Qualität und Einheitlichkeit der Informationen, auf die sich die Antworten stützen.