Ein gutes Google-Ranking hilft dir, gefunden zu werden – aber KI-Assistenten wie ChatGPT oder Gemini arbeiten anders als eine Suchmaschine. Sie ziehen ihre Empfehlungen aus einem breiteren Mix an Quellen, und wer bei Google ganz oben steht, taucht in KI-Antworten trotzdem oft gar nicht auf. Der Umkehrschluss gilt übrigens genauso: Manche Anbieter mit mittelmäßigem Google-Ranking werden von KI-Assistenten regelmäßig empfohlen, weil ihre Informationen an den richtigen Stellen konsistent und vollständig hinterlegt sind.

Warum Google-Rankings nicht automatisch in KI-Empfehlungen übersetzen

Google bewertet Webseiten anhand von Hunderten Faktoren: Ladezeit, Backlinks, Keywords, technische Struktur. Das Ergebnis ist eine Rangliste von URLs. KI-Assistenten hingegen generieren Antworten – sie suchen nicht nach der besten Seite, sondern versuchen, eine nützliche Empfehlung zu formulieren.

Diese Empfehlung basiert auf dem, was das Modell während seines Trainings gelernt hat, ergänzt durch Echtzeit-Abrufe bei manchen Assistenten. Dabei fließen Informationen aus sehr unterschiedlichen Quellen ein: Bewertungsplattformen, Branchenverzeichnisse, Nachrichtenartikel, strukturierte Daten auf Webseiten und offizielle Profile. Eine hohe Position in den Google-Suchergebnissen ist dabei nur ein Signal unter vielen – und kein besonders starkes.

Kurz gesagt: Google belohnt technische Exzellenz deiner Webseite. KI-Assistenten belohnen informationelle Konsistenz über viele Quellen hinweg.

Datenquellen: Profile, Verzeichnisse, strukturierte Hinweise

KI-Assistenten lernen aus öffentlich zugänglichen Texten. Für lokale Unternehmen bedeutet das konkret: Je mehr verlässliche, übereinstimmende Informationen über dein Unternehmen im Netz stehen, desto wahrscheinlicher wirst du in einer KI-Antwort genannt.

Wichtige Quellen für lokale Anbieter in Deutschland und Österreich:

  • Google Business Profile (das kostenlose Unternehmensprofil bei Google, das in Maps und der Suche erscheint): Name, Adresse, Öffnungszeiten, Kategorie und Bewertungen fließen in viele Datensätze ein.
  • Branchenspezifische Plattformen: Ärzte und Therapeuten sollten auf Jameda präsent sein, Restaurants auf Tripadvisor, TheFork und Michelin, Friseursalons und Beauty-Studios auf Treatwell oder Booksy.
  • Allgemeine Verzeichnisse: Yelp, Das Örtliche, Gelbe Seiten – diese klassischen Verzeichnisse sind nach wie vor Teil der Trainingsdaten vieler Modelle.
  • Strukturierte Daten auf deiner Webseite: Schema.org-Markup (eine standardisierte Auszeichnungssprache für Webseiten) hilft KI-Systemen, Informationen wie Öffnungszeiten, Adresse und Leistungen maschinell zu verstehen.
  • Redaktionelle Erwähnungen: Lokale Zeitungen, Stadtmagazine oder Fachportale, die über dein Unternehmen berichten, sind wertvolle Signale.

Das Entscheidende ist Konsistenz: Wenn dein Unternehmensname auf Jameda leicht anders geschrieben ist als auf Google, oder deine Adresse auf Yelp veraltet ist, sendet das widersprüchliche Signale – und KI-Assistenten reagieren darauf mit Unsicherheit oder lassen dich schlicht weg.

Mehr dazu, wie KI-Assistenten Relevanz für lokale Anbieter einschätzen, findest du in diesem Artikel: Woran KI-Assistenten erkennen, welche lokale Praxis/Anbieter relevant ist (und wann sie danebenliegen).

Unterschiede je nach Assistent: ChatGPT, Gemini, Perplexity

Nicht alle KI-Assistenten funktionieren gleich. Das ist für lokale Anbieter wichtig zu verstehen, weil eine Maßnahme bei einem Assistenten wirken kann, beim anderen aber nicht.

Assistent Hauptquelle für lokale Empfehlungen Besonderheit
ChatGPT (mit Browsing) Echtzeit-Websuche + Trainingsdaten Greift auf aktuelle Seiten zu, bevorzugt strukturierte Informationen
Gemini Google-Ökosystem, inkl. Maps-Daten Google Business Profile hat hier besonders hohe Relevanz
Perplexity Echtzeit-Websuche, Quellenangaben Zitiert oft direkt Verzeichnisse und Bewertungsseiten

Typischerweise zeigt sich in der Praxis: Wer ein vollständiges, aktives Google Business Profile hat, wird von Gemini häufiger genannt. Wer auf mehreren Bewertungsplattformen gut aufgestellt ist, hat bei Perplexity Vorteile. ChatGPT kombiniert beides – aber auch hier gilt, dass allein ein gutes Google-Ranking nicht ausreicht.

Ein weiterer Unterschied: Manche Assistenten haben einen Wissensschnitt (ein Datum, nach dem keine neuen Trainingsdaten eingeflossen sind). Wenn du dein Unternehmen erst kürzlich gegründet oder umgezogen bist, kann es sein, dass ältere Modellversionen schlicht keine Informationen über dich haben – unabhängig von deinem aktuellen Google-Ranking.

Was du prüfen musst, bevor du Optimierung planst

Bevor du Zeit in Maßnahmen investierst, solltest du wissen, wo du heute stehst. Das klingt selbstverständlich, wird aber häufig übersprungen.

Checkliste für die Bestandsaufnahme:

  1. Stelle dieselbe Frage, die deine Kunden stellen würden – zum Beispiel „Welcher Zahnarzt in Graz ist empfehlenswert?" oder „Wo kann ich in München einen guten Friseur finden?" – direkt an ChatGPT, Gemini und Perplexity. Wirst du genannt?
  2. Prüfe dein Google Business Profile: Sind alle Felder ausgefüllt? Sind Öffnungszeiten aktuell? Gibt es Fotos? Werden Bewertungen beantwortet?
  3. Suche deinen Unternehmensnamen in relevanten Verzeichnissen: Stimmen Name, Adresse und Telefonnummer (NAP – Name, Address, Phone) überall überein?
  4. Prüfe branchenspezifische Plattformen: Bist du dort überhaupt eingetragen? Ist das Profil vollständig?
  5. Schau dir deine Webseite an: Gibt es eine klare „Über uns"-Seite mit Adresse, Leistungen und Öffnungszeiten? Ist Schema.org-Markup vorhanden?

Mit dem kostenlosen KI-Check kannst du direkt messen, ob KI-Assistenten dein Unternehmen heute in relevanten Anfragen nennen – das ist ein guter Ausgangspunkt.

Wenn du verstehen möchtest, welche Informationen KI-Systeme bei lokalen Empfehlungen konkret erwarten, hilft dieser Artikel weiter: So formulierst du Antworten für KI-Workflows: Welche Informationen KI bei lokalen Empfehlungen erwartet.

Typische Korrekturen für lokale Anbieter

Die gute Nachricht: Die meisten Probleme, die dazu führen, dass du in KI-Empfehlungen nicht auftauchst, lassen sich ohne technisches Wissen beheben. Hier sind die häufigsten Korrekturen, die in der Praxis einen Unterschied machen:

1. NAP-Konsistenz herstellen Gehe alle Einträge durch – Google, Yelp, Das Örtliche, Gelbe Seiten, branchenspezifische Plattformen – und stelle sicher, dass Name, Adresse und Telefonnummer überall identisch geschrieben sind. Auch kleine Abweichungen wie „Str." statt „Straße" können Verwirrung stiften.

2. Google Business Profile vollständig ausfüllen Nutze alle verfügbaren Felder: Kategorie und Unterkategorien, Leistungen, Attribute (z. B. „barrierefrei", „Parkplatz vorhanden"), Öffnungszeiten inklusive Feiertagen, und lade regelmäßig aktuelle Fotos hoch. Antworte auf Bewertungen – das signalisiert Aktivität.

3. Branchenverzeichnisse aktiv nutzen Für Ärzte und Heilberufe ist ein vollständiges Jameda-Profil heute wichtiger denn je. Restaurants sollten auf Tripadvisor, TheFork und – je nach Positionierung – auf Michelin präsent sein. Beauty-Studios profitieren von Treatwell und Booksy. Wer auf diesen Plattformen nicht oder nur mit einem leeren Profil vertreten ist, fehlt in einem wichtigen Datensatz.

4. Webseite für KI lesbar machen Das bedeutet nicht, alles umzubauen. Oft reicht es, auf der Kontaktseite eine vollständige Adresse im Fließtext zu ergänzen, eine klare Liste der angebotenen Leistungen zu erstellen und – wenn möglich – Schema.org-Markup für LocalBusiness einzubinden. Viele Webseiten-Baukästen wie WordPress oder Squarespace bieten dafür Plugins oder integrierte Funktionen.

5. Bewertungen aktiv managen KI-Assistenten werten Bewertungsdaten aus. Eine hohe Anzahl aktueller, positiver Bewertungen auf mehreren Plattformen ist ein starkes Signal. Bitte zufriedene Kunden aktiv um eine Bewertung – auf Google, aber auch auf der für deine Branche relevanten Plattform.

6. Lokale Erwähnungen aufbauen Werde in lokalen Medien erwähnt: Stadtmagazine, lokale Blogs, Vereinsseiten oder Fachportale. Eine Erwähnung in einem redaktionellen Artikel ist für KI-Assistenten ein vertrauenswürdiges Signal, das über das hinausgeht, was du selbst auf deiner Webseite schreiben kannst.

Den Unterschied zwischen GEO (Generative Engine Optimization – die Optimierung für KI-generierte Antworten) und klassischer Suchmaschinenoptimierung erklärt dieser Artikel genauer: GEO vs. AEO für lokale Anbieter: Was Betreiber in Deutschland und Österreich wirklich optimieren sollten.

Fazit: Zwei verschiedene Spiele

Google-Optimierung und KI-Sichtbarkeit sind verwandte, aber nicht identische Disziplinen. Ein gutes Ranking hilft – aber es ist keine Garantie dafür, dass ChatGPT, Gemini oder Perplexity dich empfehlen, wenn jemand nach einem Anbieter wie dir fragt. Wer in KI-Antworten auftauchen möchte, muss seine Informationen breit, konsistent und strukturiert im Netz verankern. Das ist kein Hexenwerk – aber es erfordert einen anderen Blickwinkel als klassische SEO.

Der erste Schritt ist herauszufinden, wie du heute dastehst. suggestedby.ai misst genau das: ob KI-Assistenten dein Unternehmen bei relevanten Anfragen nennen – ohne Umwege über Google-Rankings.