KI-Assistenten wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity wählen lokale Anbieter auf Basis von Daten aus, die sie aus dem Web, aus Verzeichnissen und aus strukturierten Quellen zusammenführen. Welcher Zahnarzt, welche Physiotherapeutin oder welches Restaurant dabei genannt wird, hängt von einer Reihe konkreter Signale ab – nicht von Zufall. Wer diese Signale kennt, kann gezielt daran arbeiten, öfter und richtiger empfohlen zu werden.

Relevanzsignale: Standort, NAP, Kategorie, Popularität

KI-Assistenten verarbeiten keine Live-Karte wie Google Maps – sie stützen sich auf Informationen, die beim Training oder beim Abruf von Webseiten und Verzeichnissen gesammelt wurden. Dabei spielen vier Hauptsignale eine Rolle:

Standort ist das offensichtlichste Signal. Wenn jemand fragt „Welcher Kinderarzt ist in Wien-Favoriten empfehlenswert?", sucht der Assistent nach Quellen, die diesen Bezirk eindeutig mit einer Praxis verbinden – auf der eigenen Website, in Verzeichnissen und in Bewertungsportalen.

NAP-Konsistenz (Name, Adresse, Telefonnummer – also die drei Basisdaten eines Unternehmens) ist entscheidend. Stimmen diese Angaben auf Google Business Profile (dem kostenlosen Unternehmensprofil bei Google), auf Jameda, Doctolib, Tripadvisor oder anderen Plattformen nicht überein, verliert der Assistent das Vertrauen in den Eintrag. Ein Beispiel: Wenn Ihre Praxis auf Jameda unter einer alten Adresse gelistet ist, kann das dazu führen, dass Sie gar nicht empfohlen werden.

Kategorie bedeutet, dass der Assistent prüft, ob ein Anbieter klar einer Leistungsart zugeordnet ist. „Allgemeinarzt" ist eine andere Kategorie als „Internist" – und eine falsche oder fehlende Kategorisierung führt dazu, dass Sie bei passenden Anfragen schlicht nicht auftauchen.

Popularitätssignale sind Bewertungen, Erwähnungen in Artikeln, Einträge auf mehreren Plattformen und die Häufigkeit, mit der ein Anbieter im Web auftaucht. Ein Restaurant, das auf Tripadvisor, TheFork und Michelin gelistet ist und dort regelmäßig Bewertungen erhält, wird von einem Assistenten als relevanter eingestuft als ein Betrieb, der nur eine eigene Website hat.

Warum die Ergebnisse je nach Assistent variieren

ChatGPT, Gemini und Perplexity kommen bei der gleichen Anfrage oft zu unterschiedlichen Ergebnissen – und das ist kein Fehler, sondern ein Systemmerkmal. Jeder Assistent hat andere Datenquellen, andere Trainingsschnitte und andere Methoden, aktuelle Informationen abzurufen.

Perplexity etwa durchsucht das Web in Echtzeit und zieht Ergebnisse aus Verzeichnissen, Bewertungsportalen und lokalen Nachrichtenquellen. Gemini greift stärker auf Google-eigene Daten zurück, also auf Google Business Profile und Google Maps. ChatGPT kombiniert Trainingsdaten mit optionalen Plugins oder dem Browsing-Tool – je nach Version und Einstellung.

Das bedeutet für Sie als Betreiber: Es reicht nicht, auf einer einzigen Plattform präsent zu sein. Wer nur bei Google gut aufgestellt ist, aber auf Jameda (dem führenden deutschen Arztbewertungsportal), Doctolib (dem Buchungsportal für Arzttermine) oder Booksy (für Beauty- und Wellness-Anbieter) fehlt oder schlecht gepflegt ist, wird von bestimmten Assistenten schlicht nicht gefunden. Mehr dazu, warum Google-Sichtbarkeit allein nicht ausreicht, erklärt dieser Artikel: Mythos: „Wenn ich bei Google top bin, empfiehlt mich jede KI".

Häufige Gründe für Fehl-Treffer in DE/AT

In unseren Messungen sehen wir typischerweise dieselben Probleme immer wieder:

  • Widersprüchliche Adressen: Umzüge, die nicht auf allen Plattformen nachgepflegt wurden. Besonders kritisch bei Arztpraxen, die innerhalb einer Stadt gewechselt haben.
  • Fehlende Kategorisierung: Ein Physiotherapeut, der sich auf seiner Website nur als „Gesundheitsdienstleister" beschreibt, ohne die Leistungen klar zu benennen, wird bei spezifischen Anfragen übersehen.
  • Veraltete oder keine Einträge auf relevanten Portalen: In Österreich sind Portale wie herold.at (das österreichische Branchenverzeichnis) wichtige Datenquellen. Wer dort fehlt, fehlt auch in manchen KI-Antworten.
  • Dünne Inhalte auf der eigenen Website: KI-Assistenten bevorzugen Seiten, die klar beantworten, was angeboten wird, für wen und wo. Eine Website mit nur fünf Sätzen Text gibt wenig Anhaltspunkte.
  • Keine oder wenige Bewertungen: Anbieter ohne Bewertungen auf Plattformen wie Jameda, Tripadvisor oder Google werden als weniger etabliert eingestuft – unabhängig von der tatsächlichen Qualität.
  • Falsche Sprache oder fehlende Lokalisierung: Wer in Wien praktiziert, aber seine Website nur auf Englisch oder ohne Ortsbezug führt, erscheint bei lokalen Anfragen auf Deutsch seltener.

Ein weiterer, oft unterschätzter Punkt: KI-Assistenten orientieren sich daran, wie klar und strukturiert Informationen auf einer Seite präsentiert werden. Wie man Inhalte für KI-Workflows aufbereitet ist deshalb ein eigenständiges Thema.

Wie man eine „KI-Checkliste" für Sichtbarkeit aufstellt

Eine KI-Checkliste ist eine strukturierte Liste der Signale, die KI-Assistenten zur Bewertung lokaler Anbieter heranziehen – und die Sie regelmäßig überprüfen können. Hier ist ein praxistauglicher Ausgangspunkt:

Bereich Was zu prüfen ist
NAP-Konsistenz Name, Adresse, Telefon auf allen Plattformen identisch?
Google Business Profile Vollständig ausgefüllt, Kategorie korrekt, Fotos aktuell?
Branchenportale Auf Jameda, Doctolib, Booksy, herold.at vorhanden?
Website-Inhalte Leistungen, Standort, Zielgruppe klar beschrieben?
Bewertungen Aktuelle Bewertungen auf mindestens zwei Plattformen?
Strukturierte Daten Schema-Markup (maschinenlesbare Daten für Suchmaschinen) auf der Website?

Gehen Sie diese Liste quartalsweise durch. Besonders nach einem Umzug, einer Namensänderung oder einer Erweiterung des Angebots ist eine vollständige Überprüfung wichtig.

Ein konkreter erster Schritt: Googeln Sie Ihren eigenen Betrieb und prüfen Sie, ob alle angezeigten Einträge aktuell und konsistent sind. Dann stellen Sie dieselbe Frage einem KI-Assistenten: „Welche [Ihre Branche] gibt es in [Ihr Ort]?" – und schauen Sie, ob und wie Sie genannt werden.

Der Unterschied zwischen klassischer Suchmaschinenoptimierung und der Optimierung für KI-Assistenten (auch GEO – Generative Engine Optimization – genannt, also die Anpassung von Inhalten an generative KI-Systeme) wird im Artikel GEO vs. AEO für lokale Anbieter ausführlicher erklärt.

Was suggestedby.ai konkret sichtbar macht

Das Problem für die meisten Betreiber ist nicht mangelnder Wille, sondern mangelnde Transparenz: Man weiß schlicht nicht, ob und wie man von KI-Assistenten genannt wird. Ein einzelner Test mit ChatGPT reicht nicht – die Ergebnisse variieren je nach Assistent, Anfrage-Formulierung und Zeitpunkt.

suggestedby.ai misst systematisch, ob und wie ein lokaler Betrieb von verschiedenen KI-Assistenten empfohlen wird – über unterschiedliche Anfragen und Assistenten hinweg. Das macht Muster sichtbar: Wer wird genannt, wer nicht, und bei welchen Anfragen gibt es Lücken. Mit dem kostenlosen Check können Sie einen ersten Eindruck bekommen, wie Ihre Sichtbarkeit bei KI-Assistenten aktuell aussieht.

Das Ziel ist nicht, überall und immer genannt zu werden – das ist unrealistisch. Das Ziel ist, bei den Anfragen präsent zu sein, die Ihre potenziellen Kunden tatsächlich stellen. Und dafür braucht es keine Magie, sondern gepflegte Daten, klare Inhalte und eine regelmäßige Überprüfung der eigenen digitalen Präsenz.