ChatGPT, Gemini und Perplexity empfehlen einen Elektriker vor Ort, wenn sie zu einer konkreten Kundenfrage passende, widerspruchsfreie Informationen über den Betrieb finden: Leistung, Ort, Erreichbarkeit und Bewertungen. Es gibt keine feste Rangliste, die man buchen kann. Wer genannt wird, ist meist der Betrieb, der an mehreren Stellen im Netz klar und konsistent beschrieben ist.

Was ein Kunde ChatGPT, Gemini und Perplexity bei der Elektriker-Suche tatsächlich fragt

Kunden tippen selten nur „Elektriker“. Sie schildern ein Problem, oft in ganzen Sätzen:

  • „Bei uns ist der FI-Schalter rausgeflogen und geht nicht wieder rein. Wer kommt heute noch in [Stadt]?“
  • „Ich suche einen Elektriker in [Stadtteil], der eine Wallbox installiert und die Anmeldung beim Netzbetreiber übernimmt.“
  • „Wer macht in [Stadt] den E-Check für ein Mehrfamilienhaus?“
  • „Elektriker für Zählerschrank-Erneuerung, Altbau, Raum [Region]?“

Der Assistent zerlegt so eine Frage in Bausteine: Ort, Art der Leistung, Dringlichkeit, manchmal Kundentyp (Privat, Hausverwaltung, Gewerbe). Anschließend sucht er Betriebe, die zu möglichst vielen dieser Bausteine passen.

Wichtig für dich: Ein Betrieb, der nur „Elektroinstallationen aller Art“ schreibt, passt zu allem ein bisschen und zu nichts eindeutig. Konkrete Anfragen werden mit konkreten Leistungen beantwortet.

Welche Quellen KI-Assistenten für Handwerksbetriebe vor Ort heranziehen

KI-Assistenten greifen auf unterschiedliche Quellen zurück: auf Trainingswissen, auf Suchergebnisse in Echtzeit und auf Kartendaten. Je nach Tool gewichten sie das verschieden. In unseren Messungen tauchen für lokale Handwerker typischerweise immer wieder dieselben Quellentypen auf:

Quelle Was sie liefert
Google Business Profile Kategorie, Adresse, Öffnungszeiten, Leistungen, Bewertungen, Fotos
Eigene Website Leistungsbeschreibungen, Einsatzgebiet, Referenzen, Kontaktdaten
Branchenverzeichnisse (Gelbe Seiten, Das Örtliche, in Österreich Herold und firmenabc) Name, Adresse, Telefonnummer, Branche
Vermittlungsportale (MyHammer, Check24 Profis, Blauarbeit) Bewertungen, Leistungsarten, Region
Kammer- und Innungsseiten (Handwerkskammer, Elektro-Innung, in Österreich WKO Firmen A–Z) Nachweis von Gewerbe, Meisterbetrieb, Mitgliedschaft
Bewertungsportale (z. B. ProvenExpert, Trustpilot) Kundenstimmen mit Details

Das Google Business Profile (früher „Google My Business“) ist dein kostenloser Firmeneintrag bei Google Maps und in der Google-Suche. Für Gemini und Google-nahe Antworten ist er meist die wichtigste Datenbasis, aber auch andere Assistenten nutzen die dort sichtbaren Informationen indirekt über Suchergebnisse.

Die Kategorie ist dabei ein unterschätzter Hebel. Wie stark sie wirkt, zeigt unser Beitrag Google Business Profile: Welche Kategorie(n) für einen Friseur in Deutschland den Unterschied machen. Das Prinzip gilt genauso für Elektriker: Hauptkategorie „Elektriker“ und passende Zusatzkategorien statt eines Sammelsuriums.

Warum Notdienst, Einsatzgebiet und Leistungsumfang oft über die Nennung entscheiden

Ein Assistent will keine Empfehlung geben, die im Ernstfall ins Leere läuft. Deshalb zählen drei Angaben besonders.

Notdienst

Fragt jemand nach „Elektriker Notdienst heute Abend“, wird ein Betrieb nur dann genannt, wenn er klar sagt, dass er Notdienst anbietet. Dazu gehören:

  • ein eigener Abschnitt oder eine eigene Seite „Elektro-Notdienst in [Stadt]“,
  • die Angabe, zu welchen Zeiten du erreichbar bist (nachts, Wochenende, Feiertage),
  • eine Telefonnummer, die tatsächlich erreichbar ist.

Stimmen die Öffnungszeiten im Profil nicht mit der Realität überein, verlierst du Vertrauen bei Kunden und bei Datenquellen. Wie du Feiertage und kurzfristige Änderungen sauber pflegst, steht in Öffnungszeiten korrekt pflegen: Sommerzeit, Feiertage und kurzfristige Schließungen im Google Business Profile.

Einsatzgebiet

Handwerker haben oft keinen Laden, zu dem Kunden kommen. Du fährst zu ihnen. Im Google Business Profile heißt das Servicegebiet: die Orte oder Postleitzahlgebiete, in denen du arbeitest. Trage dort alle Gemeinden ein, die du wirklich anfährst, und nenne dieselben Orte auf der Website. „Raum München“ ist für einen Assistenten unschärfer als eine Liste mit Stadtteilen und Umlandgemeinden.

Leistungsumfang

Wer Wallbox, Photovoltaik-Anschluss, Smart-Home-Nachrüstung, E-Check oder Zählerschrank-Modernisierung anbietet, sollte das einzeln beschreiben. Eine Leistungsseite pro Kernthema mit kurzer Erklärung, typischem Ablauf und Hinweis aufs Einsatzgebiet ist für Assistenten leicht zu verwerten. Gib auch an, ob du Privatkunden, Hausverwaltungen oder Gewerbe bedienst, denn viele Fragen enthalten genau diese Unterscheidung.

Wie du prüfst, ob dein Betrieb in KI-Antworten auftaucht

Du brauchst keine Spezialsoftware, um einen ersten Eindruck zu bekommen. Geh so vor:

  1. Schreibe zehn bis fünfzehn Fragen auf, wie echte Kunden sie stellen. Mische Notdienst, Wallbox, E-Check, Zählerschrank und Neuinstallation, jeweils mit deiner Stadt und einem Stadtteil.
  2. Stelle jede Frage in ChatGPT, Gemini und Perplexity. Nutze am besten ein frisches Fenster ohne Chatverlauf und ohne Anmeldung, damit frühere Gespräche das Ergebnis nicht färben.
  3. Notiere, ob du genannt wirst, an welcher Stelle und mit welchen Angaben. Prüfe auch, ob Telefonnummer, Adresse und Leistungen stimmen.
  4. Schau, welche Mitbewerber auftauchen und welche Quellen verlinkt werden (Perplexity zeigt sie meist direkt an).
  5. Wiederhole den Test nach einigen Wochen. Antworten schwanken, deshalb zählt das Gesamtbild, nicht eine einzelne Antwort.

Dieses Vorgehen nennt man auch GEO (Generative Engine Optimization): die Optimierung der eigenen Online-Präsenz dafür, dass generative KI-Assistenten einen Betrieb korrekt verstehen und nennen. Es ersetzt klassische Suchmaschinenoptimierung nicht, sondern baut auf denselben Grundlagen auf.

Was du in den ersten Wochen konkret verbessern kannst

Du musst nicht alles auf einmal angehen. Diese Reihenfolge hat sich bewährt:

Woche 1: Stammdaten vereinheitlichen - Firmenname, Adresse und Telefonnummer (zusammen oft „NAP“ genannt: Name, Address, Phone) müssen überall identisch geschrieben sein: Website, Google, Gelbe Seiten, Das Örtliche, Herold oder firmenabc, Handwerkskammer. - Prüfe auch Bing Places und Apple Business Connect. Das sind die Firmeneinträge von Microsoft und Apple, die von Assistenten und Karten-Apps ebenfalls genutzt werden können.

Woche 2: Google Business Profile ausbauen - Hauptkategorie „Elektriker“ plus passende Zusatzkategorien setzen. - Servicegebiet vollständig eintragen und Leistungen einzeln anlegen. - Notdienst in der Beschreibung nennen, wenn du ihn anbietest, und Zeiten korrekt pflegen. - Echte Fotos hochladen: Team, Fahrzeug, fertige Zählerschränke, Wallbox-Installationen. Worauf es dabei ankommt, erklärt So nutzt du Google Fotos und Bilder strategisch für lokale Sichtbarkeit.

Woche 3: Website schärfen - Eine Seite je Kernleistung, jeweils mit Ort und Einsatzgebiet. - Eine Seite für den Notdienst mit Erreichbarkeit und Telefonnummer ganz oben. - Qualifikationen sichtbar machen: Meisterbetrieb, Eintragung ins Installateurverzeichnis des Netzbetreibers (wenn vorhanden), Innungsmitgliedschaft. - Eine kurze FAQ mit echten Kundenfragen, zum Beispiel „Was kostet eine Wallbox-Installation grob?“ oder „Wie schnell kommt ihr im Notfall?“. Nenne nur Preise oder Zeiten, zu denen du stehst.

Woche 4: Bewertungen und Kundenstimmen - Bitte zufriedene Kunden nach dem Auftrag um eine Google-Bewertung, am besten mit dem direkten Bewertungslink aus deinem Profil. - Antworte auf Bewertungen sachlich und mit Bezug zur Leistung („Danke für das Feedback zur Zählerschrank-Erneuerung in Altbau …“), ohne personenbezogene Details zu verraten. - Kaufe keine Bewertungen und biete keine Gegenleistung an. Das verstößt gegen die Richtlinien und schadet dir.

Ähnlich strukturiert ist unsere 30-Tage-Checkliste für Maler- und Lackierbetriebe. Die Schritte lassen sich gut auf dein Gewerk übertragen.

Wenn du nicht selbst zehn Fragen in drei Assistenten tippen willst, kannst du mit dem kostenlosen Check von suggestedby.ai messen lassen, ob die KI deinen Betrieb nennt und welche Mitbewerber stattdessen auftauchen.

Ein ehrlicher Hinweis zum Schluss: Garantien gibt es nicht. KI-Antworten ändern sich, und kein Betrieb kann eine Nennung erzwingen. Du kannst aber dafür sorgen, dass die Informationen über dich vollständig, aktuell und überall gleich sind. Das ist die beste Grundlage, um bei „Elektriker in meiner Nähe“ überhaupt in Frage zu kommen.